Jedes Merkblatt des Rezeptbuchs gibt seine Zubereitungsart an. Hier findest du die Definition und eine Prozessübersicht für jede davon.
Extraktionsverfahren durch langes Auskochen, das für harte Pflanzenteile (Wurzeln, Rinde, holzige Stängel, Samen) angewendet wird, deren Wirkstoffe mehr Zeit und Wärme benötigen, um freigesetzt zu werden, als dies bei einem einfachen Aufguss der Fall ist.
1) Das harte Pflanzenmaterial fein zerkleinern. 2) In einem Gefäß mit kaltem Wasser bedecken. 3) Zum Kochen bringen und 15 bis 30 Minuten lang kochen lassen (je nach Material manchmal auch länger). 4) Abkühlen lassen, abseihen und die entstandene Flüssigkeit verwenden.
Eine für dieses Rezept spezifische Zubereitungsart, die sich von den vier üblichen Methoden (Aufguss, Abkochung, Mazeration, Gärung) unterscheidet.
Schau dir die entsprechende Produktbeschreibung an, um den detaillierten Schritt-für-Schritt-Prozess zu sehen – es gibt keinen einheitlichen allgemeinen Prozess für diese Kategorie.
Methode zur stark konzentrierten Extraktion des Pflanzenmaterials in einem Lösungsmittel (Wasser, Alkohol oder Öl), mit einem deutlich höheren Pflanzenanteil als bei einer einfachen Mazeration und oft längerer Kontaktzeit. Das Ergebnis ist eine sehr konzentrierte Flüssigkeit, die lange haltbar ist und immer verdünnt verwendet werden sollte — anders als die übrigen Techniken, die für einen eher unmittelbaren Gebrauch gedacht sind.
1) Das Pflanzenmaterial fein schneiden oder zerkleinern, im Verhältnis zum Lösungsmittel in hoher Menge (mehr Pflanzenmaterial als bei einer üblichen Mazeration). 2) Vollständig mit dem gewählten Lösungsmittel (Wasser, Alkohol oder Öl) in einem geschlossenen, lichtundurchlässigen oder dunkel gelagerten Behälter bedecken. 3) Mehrere Wochen ziehen lassen, gelegentlich schütteln. 4) Abseihen, in einen verschlossenen Behälter abfüllen und kühl und dunkel lagern — immer verdünnt verwenden, nie unverdünnt.
Biologischer Umwandlungsprozess von Pflanzenmaterial durch die Einwirkung von Mikroorganismen (Hefen, Bakterien) unter vollständiger oder teilweiser Sauerstoffabwesenheit, bei dem Wirkstoffe über einen längeren Zeitraum als bei anderen Verfahren (Tage bis Wochen) freigesetzt und umgewandelt werden.
1) Das Pflanzenmaterial zerkleinern und in Wasser in einem großen, nicht luftdichten Gefäß einweichen (damit die Gase entweichen können). 2) Während der Gärung täglich umrühren. 3) Je nach Umgebungstemperatur mehrere Tage bis mehrere Wochen gären lassen, bis keine Schaumbildung mehr auftritt. 4) Vor der Verwendung abseihen und verdünnen – das unverdünnte Produkt kann sehr konzentriert sein.
Extraktionsverfahren durch Kaltzugabe oder durch Übergießen des Pflanzenmaterials mit frisch gekochtem Wasser, wobei man es ruhen lässt, ohne es zum Kochen zu bringen. Ideal für empfindliche Pflanzenteile (Blätter, Blüten), deren Wirkstoffe bei längerer Hitzeeinwirkung abgebaut würden.
1) Das Pflanzenmaterial zerkleinern oder zermahlen. 2) Heißes Wasser (gerade vom Kochen genommen, nicht mehr kochend) über das Material gießen. 3) Abdecken und je nach Pflanze 10 bis 30 Minuten ziehen lassen. 4) Abseihen und die entstandene Flüssigkeit verwenden, gegebenenfalls verdünnt.
Ein Kalt-Extraktionsverfahren, bei dem das Pflanzenmaterial über einen längeren Zeitraum in eine Flüssigkeit (je nach Verwendungszweck Wasser, Öl oder Alkohol) eingetaucht wird, ohne dass dabei Wärme zugeführt wird. Durch die längere Einwirkzeit als beim Aufguss können Inhaltsstoffe extrahiert werden, die sich in kaltem Wasser allein nur langsam auflösen würden.
1) Das Pflanzenmaterial zerkleinern oder pürieren. 2) Es in einem verschlossenen Gefäß vollständig in die gewählte Flüssigkeit eintauchen. 3) An einem kühlen, dunklen Ort ruhen lassen und dabei gelegentlich umrühren; die Einwirkzeit beträgt je nach Zubereitung zwischen mehreren Stunden und mehreren Tagen. 4) Abseihen und die entstandene Flüssigkeit verwenden.